Chiron-Springen
Springen lernen mit Freude! PDF Drucken E-Mail

nach Rolf Becher

Man lernt Chiron Springen ohne Stress für Mensch und Tier, ohne Gewalt und Zwang. Es ist eine Gleichgewichtsschule für den Menschen und eine Rückenschule für das Pferd.

Die Geschichte
Diese Springschule geht zurück auf den Altmeister Caprilli, der um die Jahrhundertwende den effektiven, leichten Sitz entwickelt hat. Bis dahin ritt man im Gelände und beim Springen im Dressursitz und man sah im Springen von Hindernissen ein Art Schulsprung, d.h. das Ideal war, wenn das Pferd mit allen vier Beinen gleichzeitig landete oder noch besser sogar auf den Hinterbeinen.

Caprilli die Natürliche Schule
Man störte also den natürlichen Bewegungsablauf durch ein Sitzen Hintenüber und Paraden.
Caprilli betrachtete und photographierte frei springende Pferde und suchte und fand einen Sitz, der die Bewegung nicht störte.
Er nannte sein System Scuda naturale - "Natürliche Schule" weil diese den natürlichen Ausdruck unterstützen sollte.
Sein System erlangte den Durchbruch, als er und seine Schüler zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim großen "Concours hippique" - so hießen die Turniere damals - alle Preise gewannen.

Reitoberste aus aller Welt studierten daraufhin bei ihm die neue Methode.
Heute ist vieles wieder verloren gegangen an gutem Sitz und gutem Stil und Pferdeschonung.

Der Effektive Sitz
Der effektive, leichte Sitz bedeutet: Der Reiter reitet mit kurzen Bügeln, erlernt Knie, Wade und Fuß am Platz zu lassen, das Gesäß je nach Sprunghöhe weit zurückzunehmen, die Schultern zu senken und mit den Händen am Pferdehals passend nachzugeben.
D.h. genau mit dem Tier im Gleichgewicht zu bleiben. Dadurch ist es bei springfreudigen gehorsamen Pferden auch möglich freihändig über Sprünge zu reiten.

Selbst im großen Sport sieht man oftmals nicht viel vom Gleichgewicht des Reiters. Die Schenkel fliegen zurück, der Reiter sitzt weit vornüber beim Absprung, beim Landen kommt er dann hinter die Bewegung und erschwert dem Pferd das auf einem Vorderbein landet, das Auffangen des Gewichts und das weiche Abrollen auf das nächste Vorderbein. Beinschäden sind so vorprogrammiert.

Die Methode
Der Reiter erlernt in diesem Kurs den leichten Sitz, das Pferd wird sorgsam ans Springen herangeführt, gymnastiziert im rhythmischem Galopp über zunächst niedrige Sprünge.

Dehnungshaltung

Über Trabstangen lernt es sich in langen Tritten weit in die Tiefe zu dehnen. Diese Dehnungshaltung ermöglicht dem Pferd den Rücken fürs Springen richtig einzusetzen und verhilft ihm zu mehr Gelassenheit.
"Dehnungshaltung ist Friedenshaltung" erklärte Rolf Becher.
Ein fluchtbereites Pferd hebt den Kopf und ist angespannt.

Ein Pferd das die Nase unten hat, grast, erwartet keine Gefahr und ist entspannt.

Stangengasse
Durch die Stangengasse wird das Pferd gerade auf den ersten kleinen Sprung zugeritten - bald schon freihändig ohne Zügel.

Rhythmisches Reiten
Im rhythmischen Galopp geht es dann über kleine Sprünge In and Out (ohne Galoppsprung dazwischen) und auch Kombinationen mit 1-2 Galoppsprüngen dazwischen.

Der Rhythmus ist dabei das Wesentliche!

Wir Menschen haben nun gelernt, dass wir beim Joggen einen genauen, für uns passenden Rhythmus einhalten müssen, damit das Herzkreislaufsystem optimal trainiert wird und dieser Sport für uns gesund ist.
Wer es je ausprobiert hat, weiß, dass auch die Seele davon profitiert. Die antidepressive Wirkung ist schon länger bekannt. Auch das Immunsystem profitiert durch derartigen Sport.

Das Ziel
Caprilli forderte die Einhaltung des individuellen Galopprhythmusses in der Springarbeit schon lange vor diesen modernen Erkenntnissen.
Er wusste, dass Pferde, die rhythmisch arbeiten, glatt und glänzend werden, die Muskulatur schnell aufgebaut wird, und das die Pferde bei allem Eifer frei von Stress, gesund und fröhlich arbeiten. Solche Pferde sind unser erklärtes Ziel:

Pferde, die mit glänzenden Augen springen!

 


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